Bodenarbeit mit Pferden

Bodenarbeit mit Pferden

Das wichtigste zwischen Pferd und Mensch ist die Grundlage des Vertrauens. Daher ist es sehr wichtig, gewissen Teilen der Pferde-Erziehung großes Gewicht zu geben. Denn neben dem Reiten gibt es viele Möglichkeiten sein Pferd zu fordern und zu fördern. Bodenarbeit bringt nicht nur Spaß und Abwechslung, sondern sorgt auch dafür, dass das Vertrauen, welches man am Boden bei seinem Pferd erwirbt, sich beim Reiten für beide auszahlt.

 Was ist Bodenarbeit?

Pferdetraining ist vielfältig und für die artgerechte Haltung eines Pferdes nicht wegzudenken. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Bodenarbeit. Doch was genau macht man da? Und was bewirkt sie?

Bei der Bodenarbeit arbeitet man, wie der Name schon verrät, nicht vom Rücken des Pferdes aus mit dem Tier, sondern gemeinsam mit dem Pferd vom Boden aus. Es findet hier also ein Arbeiten auf Augenhöhe statt. Es empfiehlt sich sogar, die Bodenarbeit vor dem eigentlichen Reiten durchzuführen, sozusagen als Vorbereitung. Denn sitzen wir auf dem Rücken des Pferdes, so kann es uns nicht sehen. Um uns aber besser kennenzulernen und zu verstehen, ist es für das Pferd hilfreich, unsere Körpersprache lesen zu können. Pferde sind dabei sehr sensibel und können schon kleinste Veränderungen in unserem Verhalten erkennen. 

Da Pferde von Natur aus neugierig und lernbereit sind, freuen sie sich über neue Aufgaben, die sie gemeinsam mit Dir lösen können. Gerade bei der Bodenarbeit muss es selbstständig denken und lernt so, auch komplexe Aufgaben zu lösen. In der Zukunft wird es euch also leichter fallen, wenn ihr etwas Neues einstudieren wollt.
Die Aufgabenmöglichkeiten bei der Bodenarbeit sind vielfältig. Du kannst im Prinzip alle Übungen trainieren, die Du dann später vom Sattel aus bei Deinem Pferd abrufen möchtest. Du kannst aber auch Longieren, Dein Pferd durch einen Parcours schicken oder Deinem Pferd bestimmte Tricks beibringen. Hier zwei kurze Beispiele, wie Bodenarbeit aussehen könnte:



1. Training für mehr Gelassenheit
Im Alltag gibt es zahlreiche Gegenstände, welche Dein Pferd erschrecken könnten. In dieser Form der Bodenarbeit kannst Du ihm beibringen, dass unbekannte Dinge nicht grundsätzlich gefährlich sind. Gehe mit Deinem Pferd auf ein eingezäuntes Gelände und platziere innerhalb des Geländes einen Gegenstand als eine Art Hindernis. Nun soll sich Dein Pferd in Ruhe damit auseinandersetzen. Lasse ihm Zeit zum Nachdenken und gebe ihm genügend Raum, so kann es selbst entscheiden, ob und wann es auf den Gegenstand zugehen möchte. Lobe dabei jede ruhige, entspannte Annäherung. Jede so gemeisterte Situation stärkt das Selbstvertrauen deines Pferdes und eure Arbeit als Team.
Wichtig: Zwinge Dein Pferd bei einer solchen Übung niemals näher an den Gegenstand zu gehen, als ihm lieb ist. Pferde sind Fluchttiere und es ist für sie unnatürlich und extrem unangenehm, durch etwas für sie Gefährliches hindurchgetrieben zu werden!



2. Führtraining
Führtraining kann gerne als erste Übung im Bereich Bodenarbeit genutzt werden. Kann Dein Pferd ordentlich am Führseil laufen, so erleichtert das nicht nur weitere Übungen, sondern vor allem auch euren gemeinsamen Alltag. Ziel der Übung ist es, dass sich Dein Pferd gehorsam und ruhig von Dir am Seil führen lässt. Es sollte dabei entspannt sein und Dich nicht überholen. Hier können auch erste Kommandos eingebaut werden wie beispielsweise „Steh“, wenn Dein Pferd stehen bleiben soll oder „weiter“, wenn es weiterlaufen soll. Das Führtraining kannst Du immer mal wieder einbauen. Wiederhole es nur nicht zu oft hintereinander, sonst kann schnelle Langeweile beim Pferd - und auch bei Dir - entstehen.


Was bringt Bodenarbeit?

 Bodenarbeit ist sehr effektiv und kann auf viele Bereiche in der Mensch-Pferd-Beziehung einwirken. So fördert es das Vertrauen zwischen Pferd und Mensch und stärkt die Bindung nachhaltig. Dazu wird die Kommunikation untereinander verfeinert, wodurch das Pferd seine Rolle in eurer Partnerschaft kennenlernt und an mehr Stabilität gewinnt. Außerdem wird Dein Pferd durch die Bodenarbeit gelassener und ruhiger. Viele Übungen tragen dazu bei, das Selbstbewusstsein des Pferdes zu stärken, sodass auch Ängste überwunden werden können. Auch wird die gesamte Sensibilität des Pferdes gestärkt sowie Gleichgewicht und Taktreinheit gefördert. Und zu guter Letzt ist die Bodenarbeit natürlich eine angenehme Abwechslung im Training, für Dein Pferd und für Dich.


Tipps für eine erfolgreiche Bodenarbeit

 Um die Bodenarbeit optimal zu nutzen und für Dein Pferd angenehm zu gestalten, solltest Du einige Punkte beachten:


Die richtige Atmosphäre
Bevor Du mit dem Training beginnst, schaffe für Dich und Dein Pferd eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Unter Stress oder mit Angst kann man definitiv nichts Neues lernen. Plane Dir außerdem ausreichend Zeit für das Training ein. Hektik oder Unkonzentriertheit sind hier fehl am Platz. Die negative Stimmung würde sich auf Dein Pferd übertragen und der Trainingseffekt würde gleich gegen null gehen. Für einen optimalen Trainingserfolg strahle Ruhe und Gelassenheit aus und sei aufmerksam. Dazu kannst Du während der Bodenarbeit ruhig mit Deinem Pferd sprechen und es loben.



Ausreichend Pausen einplanen
Mache während des Trainings regelmäßig kleinere Pausen. So gibst Du deinem Pferd Zeit, das Erlernte zu verarbeiten und verhinderst eine Reizüberflutung.
Eingezäunter Bereich
Beginne das Bodenarbeitstraining in einem eingezäunten Bereich. Dies dient zur Sicherheit für Dich und Dein Pferd und verhilft euch zu einer entspannten Atmosphäre. Klappt das Training sehr gut, so könnt ihr die Übungen später dann auch im Gelände absolvieren.



Clicker
Zur positiven Verstärkung kannst Du einen Clicker verwenden. Der Click wird dann genutzt, wenn Dein Pferd ein gewünschtes Verhalten zeigt. Nach dem Klick erhält es dann ein Leckerli. Clickern ist für viele Pferde sehr motivierend, da schon kleine Trainingsschritte belohnt werden und es eine permanente Rückmeldung auf sein Verhalten erhält. Den Clicker musst Du vor dem Einsatz bei der Bodenarbeit jedoch bei Deinem Pferd konditionieren.


Bodenarbeitsseil
Ein Bodenarbeitsseil kann Dir beim Training helfen, so kannst Du beispielsweise auch aus größerer Entfernung mit Deinem Pferd kommunizieren und Übungen durchführen. Das Bodenarbeitsseil von Ropes Upcycled gibt es in zwei Längen, in 3,70 m und in 7 m. Für Einsteiger empfiehlt sich das kürzere Seil, damit der Abstand noch nicht zu groß ist. Dieses kannst Du auch optimal als Führseil nutzen. Seid ihr in der Bodenarbeit bereits Fortgeschrittene, so kann auch das längere Seil genutzt werden. Das längere Seil eignet sich beispielsweise besonders gut für das Longieren oder das Zirkeln.
Der Vorteil des Bodenarbeitsseils von Ropes Upcycled: Es liegt angenehm in der Hand, ist besonders widerstandsfähig und hält auch starken Belastungen optimal stand, da es aus dicken Kletterseilen gefertigt ist.

 Fazit: Mehr Bindung und Vertrauen 

 Wie Du siehst, ist die Bodenarbeit wirklich sehr vielfältig und dazu bringt sie zahlreiche positive Effekte mit sich. Ob als optimale Vorbereitung für das Reiten oder als Abwechslung im Trainingsalltag, motiviert und mit Spaß lässt es sich für Dich und Dein Pferd leichter lernen. 

Große Aufgaben sind nach erfolgreicher Bodenarbeit leichter zu bewältigen, denn die positive Verstärkung durch Lob und permanente Rückmeldung erhöhen die Motivation Deines Pferdes. Auch der Respekt untereinander wird gestärkt. Ideal ist auch, dass das Training immer zielgerichtet durchgeführt werden kann. So können bei einigen Pferden Ängste abgebaut werden, das Selbstvertrauen gestärkt werden oder dominante Tiere können in ihrem Verhalten gehemmt werden.
Die Bodenarbeit ist dazu einfach in den Alltag einzubauen. Und schon kleinere Übungen reichen oft aus, um eine spürbare Veränderung im Verhalten des Pferdes und in eurer gemeinsamen Beziehung zu bewirken.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen